Chörekonzert

80-stimmiger Chor sang für neue Waginger Orgel

Große musikalische Bandbreite beim Benefizkonzert – Besucher spendeten 2450 Euro

Waging am See. Am Schluss standen um die 80 Sängerinnen und Sänger vor dem Altar der Waginger Pfarrkirche St. Martin und sangen gemeinsam das Lied mit dem passenden Titel „Du läßt den Tag, o Gott, nun enden“, geschrieben von dem englischen Komponisten Clement Cotterill Scholefield (1839-1904). Im Text war die Rede von „vieltausendfachem Lob Gottes“, das hiermit erschallen solle. Ganz so viele Chormitglieder gibt es im Pfarrverband dann doch nicht, aber die drei Kirchenchöre zeigten bei aller Verschiedenheit und unterschiedlicher Größe, dass sie mit Freude bei der Sache sind und nicht nur „zur Ehre Gottes und unserer Freude“ singen, wie Pfarrer Andreas Ager bei seiner Begrüßung sagte, sondern diesmal auch dafür, „dass die neue Waginger Orgel prächtig gedeihen kann und eines Tages brausend aufspielt“.

Denn das Konzert war eine Benefizveranstaltung und eine Art Auftakt für das „Projekt neue Orgel Pfarrkirche Waging“, das gerade im Anlaufen ist. Beteiligt waren der Chor aus St. Leonhard unter der Leitung von Wally Hasenknopf, der aus Otting unter Leitung von Konrad Zahnbrecher und der aus Waging, geleitet von Alfons Schmuck. Jeder Chor hatte einen etwa 20-minütigen Auftritt mit jeweils einer Handvoll Liedern, deren Bandbreite enorm groß war.

Dies stellte auch Pfarrer Ager fest, als er am Schluss „aus dem Sängerwald heraus“ den Sängern und nicht zuletzt auch den Chorleitern dankte für die intensive Probenarbeit, die notwendig gewesen sei für ein Programm, das Musikstücke vom gregorianischen Choral aus dem Jahr 821 bis in die Jetztzeit enthielt. Jeder Chor habe sein eigenes Profil, befand der Pfarrer, und seinen eigenen Klang, und insgesamt seien die Chöre nicht wegzudenken aus dem Leben – „vom Festabend bis zur Trauerfeier“.

Den Auftakt machte der Kirchenchor der Pfarrei St. Stephanus aus Otting, auch mit einem gregorianischen Choral, der aber allgemein bekannt ist: „Ubi caritas et amor“. Bei diesem einstimmigen Lied zeigte sich der von Konrad Zahnbrecher zurückhaltend, aber gleichwohl sehr dynamisch geleitete Chor von einem harmonischen Gleichklang. Es folgten unter anderem das „Vater unser“ von Nikolaj Rimskij-Korsakov, das bekannte „Laudate, omnes gentes“ und zum Schluss das einzige Volkslied des Abends „Der Mond ist aufgegangen“. Der Ottinger Chor war an diesem Abend mit knapp 20 Sängern, darunter vier Männer, der kleinste der beteiligten Chöre.

Weiter ging das Konzert mit dem Chor der Kuratie St. Leonhard. Chorleiterin Wally Hasenknopf hat ihren Chor mit ausladenden Armbewegungen und großem Augenmerk auf langsam ausklingende Schlusstöne gut im Griff. Sie hat 26 Sänger um sich versammelt, darunter immerhin elf Männer; in St. Leonhard scheinen die Herren der Schöpfung vergleichsweise viel Freude am Singen zu haben. Und auch die Jugend ist in diesem Chor respektabel vertreten. Das Programm begann mit dem „Ave Maria“ des deutschen Komponisten Peter Dietsch aus dem 19. Jahrhundert. Das insgesamt eher ruhig klingende musikalische Auswahl des Konzertabends bekam einen beschwingten Einschlag durch das temperamentvolle „Halleluja“ in August Eduard Grells Stück „Herr, deine Güte reicht so weit“. Ein weiteres Stück des fünf Lieder umfassenden Auftritts war das bekannte Kirchenlied „O Lamm Gottes unschuldig“.

Der größte Chor war der von St. Martin Waging. Zunächst trat eine kleine Schola auf. Dafür hatte Chorleiter Alfons Schmuck den Hymnus „Gloria, laus“ ausgewählt; der Choral wird einem Theodolfus von Aurelian zugeschrieben und stammt wohl aus dem Jahr 821. Danach versammelten sich auch die Sopran- und Altstimmen auf den Altarstufen zum Lied, so dass der dann insgesamt 34 Sänger, davon zehn Männer, umfassende Gesamtchor das „Lobsinget Gott, dem Herrn“ anstimmen konnte. Die Sopranistinnen hatten dabei mehrfach die Gelegenheit, ihre schönen Stimmen kräftig zum Klingen zu bringen – ähnlich dann auch nochmals bei dem Frauenchor „Hebe deine Augen auf zu den Bergen“, ein Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy. Über die Romantik mit dem „Gebet“ von Moritz Hauptmann ging das Repertoire des Waginger Chors mit dem modernen Stück von Laszlo Halmos „Jubilate deo“ zu Ende.

Nach dem gewaltigen gemeinsamen Schlussklang gab es, wie auch schon nach den jeweils letzten Lieder der einzelnen Chöre, den verdienten Applaus, und die Besucher in der ganz ordentlich gefüllten Kirche legten danach ihre Spenden in die Körbchen, die von zwei Mädchen am Ausgang aufgehalten wurden. Wobei sich Pfarrer Ager zuvor noch gewünscht hatte, dass doch möglichst „keine Knöpfe und auch nicht viel Metall“ in die Körbchen gelegt werden sollte. Denn für einen Ersatz der „abgewirtschafteten Waginger Orgel“ – „Die Orgelbauer haben sogar von ,Graffe’ gesprochen!“ – sei viel Geld notwendig. Und die geschätzten 200 Besucher spendeten reichlich. Es kamen 2450 Euro zusammen, darunter eine in einen Umschlag verpackte Einzelspende von 1000 Euro.

Bericht von Hans Eder

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